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Wind- und Luftdichtigkeit, was heißt das?

Winddichtigkeit
Die winddichte Außenwand soll das Eindringen der Außenluft in das Bauteil verhindern, damit die thermische Eigenschaften der Dämmschichten durch ein "Durchspülen" mit kalter Luft nicht negativ beeinträchtigt werden. Deshalb sind die Windsperrschichten auf der Außenseite der Umfassungsbauteile angeordnet, d.h. verputzte Außenwände sind winddichte Ausführung.

Der Feuchtetransport durch Außenwände ist vernachlässigbar gering. Windundichte Wände haben unangenehme Zugerscheinungen, Energieverschwendung und Bauschäden durch Feuchteausfall zu Folge. Das von der Ziegelindustrie gern erzählte Märchen von den "atmenden" Wänden muss endgültig beerdigt werden. Denn der Energieverlust durch Fugen und Ritzen steigt im Verhältnis zu den immer besser gedämmten Wänden und kann diese sogar überwiegen.

Seit den zwanziger Jahren weiß man also schon, dass verputzte Wände winddicht sind. Ist eine Wand winddurchlässig, so liegt ein Bauschaden vor: Bei starker Windbewegung zieht es. Keinesfalls sichern Fugen und Ritzen den hygienisch erforderlichen Luftwechsel eines Gebäudes. Denn bei Windstille ist der Luftwechsel nicht ausreichend, bei starkem zu groß und besonders im Winter sehr störend und energiefressend. Unangenehme Zugerscheinungen sind ein Ärgernis für die Hausbewohner. Gebäude können also nicht über die Wände belüftet werden. Der notwendige Luftaustausch kann nur über die Fensterlüftung stattfinden. Eine hygienisch und energetisch interessante Alternative zur (unkontrollierten) Fensterlüftung ist die kontrollierte Wohnungslüftung.


Luftdichtigkeit
Eine raumseitige Betrachtung von Außenbauteilen. Der Luftaustausch soll zwischen Innen- und Außenluft (unkontrollierte Lüftungswärmeverluste) vermieden werden, da es dadurch zu Tauwasseranfall kommen kann und somit der Bauschaden vorprogrammiert ist.

Der in der Raumluft enthaltene Wasserdampf soll durch die Außenwände abgeführt werden. Tatsächlich wandert während der Heizperiode Wasserdampf aus den warmen, feuchten Innenräumen durch die Wände zu der kälteren, trockeneren Außenluft. Diesen Vorgang nennt man "Wasserdampfdiffusion" (= Wasserdampf-?Wanderung? durch ein Bauteil). Die Menge des diffundierenden Wasserdampfes (= Feuchtetransport) sowie anfallendes Kondensat im Inneren von Bauteilen (Ursachen für Feuchteschäden) lässt sich mit der DIN 4108 berechnen. Jedoch: Für den Feuchtegehalt der Luft in den Wohnräumen sind die in die Außenwände eindiffundierenden Feuchtemengen vollkommen belanglos. Auch bei sehr diffusionsoffenen Konstruktionen bleibt die durch Diffusion abtransportierte Feuchte immer unbedeutend gegenüber den Feuchtemengen, die mit dem aus hygienischen Gründen notwendigen Mindestluftaustausch über die Fensterlüftung abgeführt werden. So werden in einem üblichen Raum (10m Außenwandfläche, Luftwechselrate 0,5 1/h nach DIN 4701) mit verputzten Ziegel-Wänden mit der verbrauchten Abluft an 40 Extremtagen 480kg Feuchte abgeführt. Durch die Außenwand diffundieren im gleichen Zeitraum nur knapp 4kg, das sind weniger als ein Prozent der mit der Lüftung abgeführten Feuchte. Außenkonstruktionen können daher aus lufthygienischer Sicht auch vollkommen dampfdicht ausgeführt werde, ohne dass dies den Wasserdampfgehalt der Raumluft wahrnehmbar verändern würde.

Durch die ?blichen Wohnprozesse wird Wasserdampf produziert, wie zum Beispiel durch waschen, duschen, feucht aufwischen, kochen etc. Bei einem 4-Personen-Haushalt entspricht diese Wasserdampf-Erzeugung meist mehr als einer Menge von 100 Liter flüssigem Wasser pro Woche.

Häufig wird fälschlicherweise angenommen, dass diese Menge an Wasserdampf zu einem nicht unerheblichen Anteil durch die festen Bauteile aus dem Wohnraum entsorgt werden müssen. Weitergehend falsch ist die Annahme, dass aus diesem Grund besser auf Dampfbremsen verzichtet werden solle. Die sichere notwendige Entsorgung des erzeugten Wasserdampfes kann nur durch Lüftung erfolgen.


Prüfung der Luftdichtheit
Die Luftdichtheitsmessung nach europäischer Norm DIN EN 13829 und nach einzuhaltenden Prüfwerten nach DIN 4108 Teil 7 und nach EnEV (Energieeinsparverordnung) zeigt die Lüftungs-wärmeverluste von Gebäuden an. Mit dem Differenzdruck-Messverfahren (auch Blower-Door-Test?) wird die Luftdichtheit eines Gebäudes durch einen (geeichten) in der Türöffnung eingebauten Ventilator gemessen, d.h. der zu prüfende Raum wird zu erst unter Unter- und anschließend unter Überdruck von 50 Pa gesetzt, der ungefähr der Windstärke 5 entspricht. Dabei wird die Luftwechselrate n50 ermittelt (Mittel des Unter- und Überdruckwerts) und die Leckagen in der Gebäudehülle aufgespürt. Sie nennt die Anzahl der Luftwechsel pro Stunde bei einer Druckdifferenz von 50 Pa. gemäß DIN 4108 Teil 7, ist für Gebäude mit
? natürlicher Lüftung (Über Fenster und Türen) ein Wert von n50 <= 3,0 1/h,
? mechanischer Lüftungsanlage ein Wert von n50 <= 1,5 1/h einzuhalten.

Wind-_und_Luftdichtigkeit,_was_heisst_das.pdf

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